Das ML-Train Lichtsignal Typ HL (Einheitssignal der Deutschen Reichsbahn) bildet das historische Lichtsignalsystem der DR nach, das ab Ende der 1950er Jahre auf dem ostdeutschen Streckennetz eingesetzt wurde. Als direktes Vorbild dient das Ausfahrtssignal 675 des S-Bahnhofs Treptower Park auf der Berliner S-Bahn-Strecke Richtung Neukölln/Südring – ein dokumentiertes Streckenvorbild mit hohem Wiedererkennungswert für Anlagenbauer mit DDR-Bezug. Das Modell ist für den Einsatz auf Spur-G-Anlagen ausgelegt und sowohl analog als auch digital steuerbar.
Das Besondere am HL-Einheitssignal liegt in seiner kombinierten Haupt- und Vorsignalfunktion: Ein einziger Signalschirm vereint beide Funktionen und ermöglicht damit die vorbildgerechte Mehrabschnittssignalisierung, wie sie auf DR-Strecken üblich war. Das Signal beherrscht den vollständigen Satz der Signalbilder Hl 1 bis Hl 13 inklusive aller Geschwindigkeitsstufen (Streckenhöchstgeschwindigkeit, 100 km/h, 60 km/h, 40 km/h). Ergänzt wird das Repertoire durch Sonderfunktionen wie das Ersatzsignal Zs 1 (weißes Blinklicht für Vorbeifahrt am Halt-Signal mit max. 40 km/h), das Rangiersignal Ra 12 (zwei weiß nach rechts steigende Lichter) sowie die Kennlicht-Funktion (einzelnes weißes Licht bei betrieblicher Abschaltung). Eine automatische Ersatzrot-Funktion aktiviert bei Defekt der Haupt-Rotlampe selbsttätig eine Reserve-Rotlampe – ein sicherheitsrelevantes Merkmal des Vorbilds, das hier modellseitig umgesetzt ist.
Die Signalbilder im Detail folgen der DR-Systematik präzise: Hl 1 zeigt ruhig leuchtendes grünes Oberlicht für Streckenhöchstgeschwindigkeit; Hl 2 signalisiert Fahrt mit 100 km/h; Hl 3a steht für 40 km/h, Hl 3b für 60 km/h mit gelbem Lichtstreifen als Zusatzmarkierung. Die Vorsignalfunktionen werden durch Blinklicht-Zustände abgebildet: blinkendes grünes Oberlicht (Hl 4 bis Hl 6b) für die Erwartung von Höchstgeschwindigkeit oder 40/60 km/h am Folgesignal, blinkendes gelbes Oberlicht (Hl 7 bis Hl 9b) für Langsamfahrt-Erwartung, ruhig leuchtendes gelbes Oberlicht (Hl 10 bis Hl 12b) für Halt-Erwartung. Hl 13 zeigt das Haltgebot durch ein rotes Licht. Die Zugbeeinflussung ist direkt im Decoder integriert.
Der Mast ist in vorbildgerechter Betonmast-Ausführung gefertigt. Erkennbare Details umfassen integrierte Steigeisen am Mast, ein weiß-rot-weißes Mastschild sowie lange Schuten (Sonnenblenden) über jeder einzelnen LED-Optik. Am Signalschirm ist rückseitig ein filigraner schwarzer Korb erkennbar. Die Anschlussleitung tritt am Mastfuß aus; der graue Sockel verfügt über zwei vorgebohrte Löcher für die Schraubmontage. Ein zweiter Sockel in Plug-&-Play-Ausführung liegt bei und ermöglicht eine werkzeuglose Aufstellung.
Der integrierte NMRA-DCC Decoder ist ab Werk verbaut und erfordert keine zusätzliche Hardware. Der Spannungsbereich beträgt 7–27 V DC/DCC sowie 5–18 V AC, womit das Signal mit gängigen Digital- und Analogzentralen kompatibel ist. Die Programmierung erfolgt wahlweise über Programmierschalter, CV, POM (Programmierung auf dem Hauptgleis) oder Register – alle Funktionen sind bitweise anpassbar. Die Eigenstromaufnahme liegt bei 5 mA (ohne aktive Funktionsausgänge); der maximale Gesamtstrom beträgt 1,5 A. Als Leuchtmittel kommen energiesparende LEDs in Grün, Gelb und Rot zum Einsatz – wartungsfrei und für den Dauerbetrieb ausgelegt.
Das Gehäuse besteht aus wetterfestem Kunststoff und ist für den Ganzjahres-Außenbetrieb ausgelegt. Die spezifizierte Betriebstemperatur von -40 bis +85 °C deckt selbst norddeutsche Außenbedingungen im Winter und direkte Sonneneinstrahlung im Sommer vollständig ab. Im Unterschied zu Formsignalen entfällt jegliche mechanische Seilzugmechanik – der witterungsunabhängige Betrieb ist dadurch konstruktiv sichergestellt. Das Signal ist für den Innen- und Außeneinsatz gleichermaßen geeignet.
Auf der Anlage ist das HL-Signal vielseitig einsetzbar: als Einfahrsignal (vorbildgerechte Platzierung ca. 200 Meter vor der ersten Weiche, maßstabsabhängig), als Ausfahrsignal zur Freigabe der Fahrt aus dem Bahnhofsgleis auf die freie Strecke, als Zwischensignal oder als Blocksignal zur Sicherung von Blockabschnitten bei dichter Zugfolge. Die Regelaufstellung erfolgt rechts neben dem Gleis gemäß EBO; auf zweigleisigen Strecken kann die Gegengleis-Signalisierung links oder an Signalbrücken erfolgen. Der regionale Einsatzschwerpunkt liegt auf Anlagen mit ostdeutschem Streckenbezug (ehemaliges DDR-Netz).
Für den Modellbauer, der eine vorbildgetreue DDR-Streckenanlage in Spur G aufbaut, schließt dieses Signal eine häufig vorhandene Lücke: Das HL-System war das charakteristische Lichtsignalsystem der Deutschen Reichsbahn und fehlt auf jeder authentischen DR-Anlage. Wer Wert auf betriebliche Korrektheit legt – von der Mastschild-Kennzeichnung bis zur vollständigen Signalbild-Systematik – erhält hier ein Modell, das ohne Kompromisse die Vorbildrealität abbildet, ohne dass an der Steuerzentrale Abstriche bei der Programmierflexibilität gemacht werden müssen.
Bedienungs- und Bauanleitung