Das ML-Train Lichtsignal Typ HL Vorsignal bildet das Hl-Signalsystem der Deutschen Reichsbahn maßstabsgetreu für die Spur G nach. Als reines Vorsignal kündigt es das Signalbild des nachfolgenden Hauptsignals an und eignet sich ideal für die authentische Nachbildung von Reichsbahn-Strecken der DDR ab den 1970er Jahren. Der integrierte ML-Train Decoder ermöglicht den Betrieb sowohl im digitalen DCC-Modus als auch im Analogbetrieb – ohne zusätzliche externe Decoder-Hardware.
Signalbilder im HL-Modus
Das Vorsignal steuert im HL-Modus bis zu 22 Signalzustände über bis zu 12 Weichenadressen an. Die vorbildgerechten Signalbilder umfassen:
- Hl 1 – Fahrt mit Höchstgeschwindigkeit erwarten
- Hl 4 – Geschwindigkeitsbeschränkung auf 100 km/h erwarten
- Hl 7 – Geschwindigkeitsbeschränkung auf 40 oder 60 km/h erwarten
- Hl 10 – Halt erwarten
- Störungsanzeige – erloschene Signallampen sind betrieblich stets als „Halt erwarten" zu behandeln
Die Signalisierung kombiniert Standlicht und Blinklicht. Die Blinkfrequenz ist in 100-ms-Schritten über CV6 frei konfigurierbar.
PZB-IR-Funktion: Drahtlose Zugbeeinflussung
Ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal dieses Vorsignals ist die integrierte Punktförmige Zugbeeinflussung über Infrarot (PZB-IR). Beim Signalbild Hl 10 (Halt erwarten) sendet eine im Gleisbett zwischen den Schwellen positionierte IR-Diode eine simulierte 1000-Hz-Beeinflussung an den IR-Empfänger der Lokomotive. Voraussetzung: Die Lokomotive verfügt über einen IR-Empfänger am Fahrzeugboden. Die IR-Diode wird in einem schwarzen Gehäuse befestigt, das passgenau zwischen die Schwellen eines Gleises eingesetzt wird.
Über die CVs 50 und 51 lassen sich spezifische PZB-Befehle und Adressen konfigurieren. Zusätzlich können via CV-Konfiguration Lok-Funktionen wie Pfiff oder Lichtwechsel als Reaktion auf PZB-Signale ausgelöst werden. Bei Gegenfahrt (Rückwärtsfahrt) ist die Deaktivierung der PZB-IR-Diode konfigurierbar, um unerwünschte Beeinflussungen zu vermeiden.
Gegenüber konventionellen Verdrahtungslösungen spart diese drahtlose IR-Übertragung erheblichen Verkabelungsaufwand und Platzbedarf im Gleisbett.
Technische Spezifikationen
- Digitalprotokoll: DCC (Digital Command Control)
- Spannungsversorgung digital: 7–27 V DC/DCC oder 5–18 V AC
- Spannungsversorgung analog: Mindestens 7 V DC
- Stromaufnahme Ruhezustand: 5 mA
- Maximalstrom pro Funktionsausgang: 0,5 A
- Weichenadressen HL-Modus: Bis zu 12
- Signalzustände HL-Modus: Bis zu 22
- Abmessungen Signal: 27,5 × 4,5 × 3,4 cm
- Decoder-Abmessungen: 2,5 × 2,7 × 1,0 cm
- Schnittstelle: 6-poliges Anschlusskabel
Konfigurierbare Licht- und Schaltfunktionen
Der integrierte Decoder bietet umfangreiche CV-Konfigurationsmöglichkeiten für einen vorbildgerechten Betrieb:
- Glühlampen-Simulation: Auf- und Abblendzeit je 1 ms pro CV-Wert einstellbar
- Helligkeitssteuerung: LED-Helligkeit über CV4 von 0 bis 255 regelbar
- Austastlücke: Kurzes Dunkelwerden beim Umschalten konfigurierbar (CV19 Bit 7)
- Einschaltverhalten: Konfigurierbarer Startzustand Hl 10 (Halt erwarten) nach Neustart
- Zustandsspeicherung: Signalzustand nach Ausschalten speicherbar
- Rotsperre: Konfigurierbar über CV47 zur Vermeidung von Falscheinfahrten
- DCCext-Unterstützung: Steuerung über DCCext-Befehle für spezifische Signalbilder
Signalsystem-Wechsel und Analogbetrieb
Über den Kontakt K1 beim Einschalten kann das Signal zwischen dem HL- und dem KS-Modus umgeschaltet werden. Zudem sind im HL-Modus die Untertypen Hl-Einheitssignal und Hl-Kompaktsignal wählbar. Im Analogbetrieb werden die Signalbilder durch Betätigung des Tasters an Kontakt K1 durchgeblättert.
Material, Bauform und Lieferumfang
Das Gehäuse besteht aus wetterfestem, UV-beständigem Kunststoff und ist für den dauerhaften Außeneinsatz auf der Gartenbahn geeignet. Der Mast ist in der vorbildgerechten Betonmast-Bauform ausgeführt; die Kabelführung erfolgt innenliegend im Mast. Im Lieferumfang enthalten ist die Vorsignaltafel Ne 2 (schwarzes X auf weißem Grund). Befestigungsschrauben für den Sockel sind nicht im Lieferumfang enthalten.
Empfohlener Montageabstand
Je nach simulierter Streckengeschwindigkeit empfiehlt sich ein Modell-Abstand von ca. 2–3 Metern vor dem zugehörigen Hauptsignal, um einen betrieblich realistischen Bremsweg abzubilden.